Die Familienformel, 2: Warum wachsen auch erwachsen werden bedeutet

Die Familienformel, 2: Warum wachsen auch erwachsen werden bedeutet

by Fiona Unsworth

Die Familienformel, 2: Warum wachsen auch erwachsen werden bedeutet

 

Über die Jahre haben wir mit vielen Unternehmen zusammengearbeitet, die im Familienbesitz oder familiengeführt sind. Im besten Falle verfügen sie über Stärken, an die andere Unternehmen nur schwer herankommen. Aber Vorsicht vor zu viel des Guten. Eben diese Stärken können Probleme verursachen, die Familienunternehmen daran hindern den Erfolg zu haben, den sie verdient hätten.​

Zusätzlich gibt es eine Begleitserie von Podcasts.​

 

Nummer zwei: Warum wachsen auch erwachsen werden bedeutet

Die besten Familienunternehmen – und die Menschen die dort arbeiten – sprühen oft vor Energie und Einfallsreichtum. Jette Eglund, Vorsitzende der dänischen Haushaltswarenfirma Vipp sagte einmal: “Man hat eine Idee und dann setzt man sie um – so wird das in Familien gemacht.” Aber diese "Alles ist möglich”- Haltung, so wertvoll sie auch ist, reicht oft nicht aus. Manchmal muss man sich organisieren oder “professionalisieren”, wie man im Geschäftsjargon sagt.

 

DAS PROBLEM: EIN FAMILIENOBERHAUPT, DAS IMMER ALLES BESSER WEISS

Man sagt, Unternehmer sind sehr gut darin, Firmen zu gründen, aber schlecht darin, sie zu führen. Genau dieser Unternehmergeist kann es Familienunternehmen schwer machen, konstant professionell zu arbeiten.

Wenn Sie als junges Familienmitglied in das Familienunternehmen einsteigen und noch unerfahren sind, aber bereits sehr viel Macht oder Einfluss haben, kann es schnell passieren, dass Sie als enthusiastischer Amateur wahrgenommen werden. Oder schlimmer noch, Sie werden zu einem Besserwisser, der nichts an andere mit echter Kompetenz und Erfahrung delegieren kann oder will.

Galahad Clark von der Schuhmarke Vivo Barefoot  (aus der sechsten Generation von Clarks Schuhen) berichtet von Vivos Anfängen: “Wir waren zu selbstsicher, amateurhaft und wahrscheinlich auch leicht despotisch. Erst als wir ein professionelles Management eingesetzt haben, fing das Unternehmen wirklich an zu funktionieren.”

Das ist einer der Gründe, warum es nur 12% der Unternehmen bis in die dritte Generation schaffen. Und es ist auch ein Grund, warum sich die schlaueren Sprösslinge in Familienunternehmen ihrer eigenen “Marke” sehr bewusst sind. In unserem Podcast sprachen wir mit einer Tochter in der dritten Generation, die sagte: “Wenn ich den Raum betrete, gehe ich davon aus, dass jeder denkt: Oh, der Chef hat sein Kind mitgebracht, tun wir ihm den Gefallen und sind nett zu ihr.” In westlichen Kulturkreisen ist diese Vorsicht gerechtfertigt, denn Vetternwirtschaft wird mit Argwohn betrachtet.

Wenn sich also die meisten Familienunternehmen professionalisieren müssen, wie sollen sie das anstellen? Hier sind drei Möglichkeiten.

 

DIE FAMILIE AUSBILDEN (UND DIE BELEGSCHAFT UNTERRICHTEN)

Alle Menschen, die wir für unsere Podcasts interviewt haben, mussten sich beweisen – entweder in entlegenen Zweigen des Familienunternehmens oder komplett außerhalb der Firma – bevor sie mit echter Erfahrung und Kompetenz im Gepäck zurückkehrten. Das kann man natürlich auch formaler gestalten, zum Beispiel mit MBAs und dergleichen.

Es macht sich bezahlt, diese Erfahrung auch intern zu kommunizieren, damit das übrige Unternehmen diese Person als Experten anerkennt und nicht einfach als jemanden der das Glück hatte, in die Familie hineingeboren worden zu sein.

 

KAUFEN SIE DIE KOMPETENZEN EIN, DIE SIE BRAUCHEN

Viele Familienunternehmen sind der Meinung, sie müssten Jobs nur an Leute mit Kompetenzen vergeben, die ihnen fehlen – zum Beispiel Geschäftsführer und Finanzchefs. Galahad Clark rät: “Sie brauchen eine Gruppe von schlauen, verantwortungsvollen Leuten mit einer klaren Stellenbeschreibung. Das klingt offensichtlich, aber es ist erstaunlich, wie wenig Unternehmen das wirklich gut handhaben.” Doch damit diese Leute erfolgreich sein können, muss die Familie bereit sein, ihnen zuzuhören und ihnen die Möglichkeit geben, Veränderungen umzusetzen.

Aber natürlich muss man zuallererst ein attraktiver Arbeitgeber sein. Stichwort “Employer Branding”: eine klare Strategie und ein klares Selbstverständnis zieht die richtigen Leute an und zerstreut die Sorge, in ein Closed Shop-Unternehmen einzusteigen.

 

ARBEITEN SIE MIT EXTERNEN EXPERTEN

Nutzen Sie externe Berater, um optimale Verfahren zu finden und gängige Familienmeinungen zu hinterfragen. “Das Problem von Familienunternehmen ist, dass sie oft zu einer Art Echokammer werden: “Wir teilen die gleichen Werte und die gleiche Denkweise”, gibt die Tochter in unserem Podcast zu bedenken.

Darum sagt unser Geschäftsführer Gilmar Wendt: “Wenn es um Marke und Kommunikation geht, bieten wir Kompetenzen und Erfahrung, die viele dieser Unternehmen nicht haben. Das bedeutet, manchmal ist es auch unsere Aufgabe die Familien-Seifenblase zu zerstören. Natürlich muss das behutsam geschehen, aber es ist notwendig.”

Wozu führen diese drei Strategien am Ende? “Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, den Leuten Selbstvertrauen zu geben”, sagt Gilmar. Galahad Clark stimmt dem zu: “Unsere Herausforderung als Marke ist es, größere und zuversichtlichere Schritte einzuleiten. Es ist entscheidend, das Selbstvertrauen dafür zu entwickeln.”

 

FÜNF ARTEN, WIE FAMILIENUNTERNEHMEN DAUERHAFT ERFOLGREICH BLEIBEN

Nummer eins: Warum man Freiheit und Fokus braucht

Nummer drei: Warum ein alter Fuchs neue Tricks braucht

Nummer vier: Warum es nicht einfach in der Familie bleiben kann

Nummer fünf: Warum Werte wertvoll sind

 

Wir helfen ihnen beim Aufbau ihres Familienunternehmens. Bei Interesse finden sie uns hier